Markus-Passion

Johann Sebastian Bach: Markus-Passion

Sonntag, 4. März 2018, 18:00 Uhr
Melanchthonkirche Bochum

Johann Sebastian Bach: Markus-Passion
Über den schöpferischen Umgang mit einem Fragment

Musik von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, 
Vytautas Miskinis, Alfred Desenclos u.a.

Ensemble Bochum Barock
Kantorei an der Melanchthonkirche
Rezitation: Heiner Stadelmann
Leitung: Ludwig Kaiser

Eintritt: 18 / 10 EUR bei freier Platzwahl
Karten an der Abendkasse
Reservierungen unter 0234 / 93 53 88 04,
www.kulturraum-melanchthonkirche.de

Von Bachs verschollener Markus-Passion zu handeln gleicht der Auseinandersetzung mit einem Phantom. Da von der Passion lediglich das Textbuch einer ‚Passionsmusik nach dem Evangelisten Marco’ und ein Aufführungstermin überliefert sind, der Karfreitag 1731, steht am Anfang die Suche nach verwertbaren Spuren. 

Von der Musik allerdings kennen wir nicht eine Note, da die einzige im letzten Jahrhundert noch vorhandene Quelle, eine unvollständige Partiturabschrift Franz Hausers bei einem Brand im Februar 1945 in Weinheim vernichtet wurde - ohne jemals wissenschaftlich ausgewertet worden zu sein.

Es gibt eine Reihe von Rekonstruktionen der Markus-Passion, die es nicht dabei bewenden lassen, den mit großer Wahrscheinlichkeit autorisierten Bestand an Stücken aufzuführen – so fragmentarisch er auch sein mag. Eifrige Bearbeiter schließen allzu gerne als peinlich empfundene Lücken. Dabei wären wir sicherlich entgeistert, wenn auch nur jemand versuchen würde der Venus von Milo Arme anzusetzen. 

Aber was tun mit einem Fragment? - Im Zuge meiner Überlegungen zur Aufführung der Markus-Passion wurde ich auf die Übersetzung des Markus-Evangeliums durch Walter Jens aufmerksam gemacht. Hier fand ich dann beides. Eine Sprache des 20. Jahrhunderts, die uns die Tür zur Passionsgeschichte nach Markus öffnet und gleichzeitig die Markus-Passion als Fragment hervorhebt. Heiner Stadelmann wird diesen Text zwischen den rekonstruierten Stücken der Markus-Passion lesen.

HomeSitemapImpressumKontakt