
Das kompositorisches Schaffen von Ludwig Kaiser erwächst aus Auftrags-kompositionen, ist anlaßbezogen in der Auseinandersetzung mit Ausstellungen Bildender Kunst im 'Kulturraum Melanchthonkirche' oder speist sich aus situativen Erfordernissen im Kontakt mit anderen Medien und Künsten als Improvisation und Performance.
Ausgangspunkt in Komposition und Improvisation ist die vorraushörende Wahrnehmung der Potenzialität und späteren Entfaltung des Stoffs bzw. des musikalischen Materials, aus dem die Gestaltungen der Komposition erwachsen.
Die Performance entwickelt sich zumeist als gestisches Äquivalent der musikalischen Gestaltungen und Verläufen. Eine besondere Form der Performance entsteht in der Umsetzung eines Bildes, der Ludwig Kaiser im Rahmen seiner Lehr-tätigkeit an der Ev. Fachhochschule in verschiedenen Kontexten nachgeht: 'Hier orientiere ich mich - nach einer intuitiven Kontaktaufnahme - zunächst am Material und den Farben des Bildes. Besonderes Augenmerk gilt der Verarbeitung des gewählten Materials, dann der Bildkomposition mit ihren Rhythmen und Beziehungen, der Gestik der Bildgestalten und den vorherrschenden Richtungen des Bildraums. Die Suche nach einem adäquaten musikalischen Ausdruck führt mich dabei immer über ein Drittes, einen ‚Punkt’, in dem Bild und Performance bzw. Musik stimmig zusammenfallen können, ohne ihre Eigengesetzlichkeit zu verlieren oder als halbe Ausdrucksrealitäten zurückzubleiben. Dieser ‚Punkt’ ist in einer geglückten Koinzidenz zwischen bildhaften und musikalischen Ausdrucksgestalten als ein erhellendes Drittes mit beinahe erschütternder Deutlichkeit wahrnehmbar'.
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